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THEMA: LS Rennbericht Large Scale testen, Pista Boscomantico. (Harald&Thorsten)

LS Rennbericht Large Scale testen, Pista Boscomantico. (Harald&Thorsten) 1 Jahr 10 Monate her #803

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Harald Reitprecht hat folgenden lesenswerten Rennbericht erstellt:

thorsten und ich waren 4 tage in verona, Large Scale testen, Pista Boscomantico.
Im facebook unter Pista Boscomantico gibt’s ein Video vom chaotischen start des B-Finales.

Schade, dass sonst keiner der LS fahrer dabei war. Das hätte euch allen gefallen, es war unfassbar leiwand.

Ich habe einen kurzen bericht über unseren trip verfasst, wird dich sicher interessieren, ich hänge ihn hier an.


Wir (Thorsten und meine Wenigkeit Harald) wagten den Schritt in die Höhle des Löwen. Wer sich in Sachen Rennsport mit Italienern messen will, muss mutig, krank oder in Bestform sein. Das war uns klar. Ferrari, Bugatti, Alfa, Lamborghini, Fiat, DeTomaso, Ducati, Benelli, MV Agusta, die Liste ist endlos, Italien ist Rennsport.

Auf der relativ neuen (seit 2012) Rennstrecke „Pista Boscomantico“ in Verona war ein Driving und Setup Event mit Rennen für die Klasse Large Scale TW und F1 für das Wochenende 12. und 13.3.2016 ausgeschrieben. Veranstalter war die Firma Bergonzoni in Cooperation mit dem Bergonzoni Importeur für Deutschland und Österreich Eugenio Antoani und dem Streckenbetreiber Tommaso de Battisti.
Damit wir uns, nicht ganz so blöd anstellen und blamieren, reisten wir schon Mittwoch abends mit dem Wohnwagen an. Die Reise führte uns übers Deutsche Eck und den Brenner, an der Grenze war kurzer Stau wegen der Flüchtlingslage. Ja wir waren Flüchtlinge, wir flohen vor dem Wetter. Der Wetterbericht für Verona versprach uns Sonnenschein und 15 Grad. Nach 7 Stunden kamen wir nächtens in Verona an. Die Rennstrecke befindet sich auf dem eingezäunten Gelände des Aero Clubs Verona und ist selber noch mal durch Zaun und abgesperrte Gittertore gesichert. Im Paddock parkten wir dann mit PKW und Wohnwagen, hatten nach vorheriger Absprache mit Tommaso gleich Strom und Wasser zur Verfügung und freuten uns auf die Tage, die da kommen würden.
Der Donnerstag begann frisch aber sonnig. Schon bald kletterte das Thermometer auf zweistellige Werte. Der überaus nette und sympathische Streckenbetreiber Tommaso besuchte uns, erklärte uns die ganze Anlage und gab uns wertvolle Tipps. Hochinteressant und vor allem für unseren Amstettner Verein von Interesse waren Informationen bezüglich des Asphaltbelages. Der auf der Rennstrecke verwendete Asphalt bot trotz der bescheidenen Temperaturen unheimlichen Grip obwohl er noch nie Zuckerwasser, Cola oder ähnliches sah. Das Geheimnis lag an der verwendeten Kieszusammensetzung, es handelte sich um 5mm Bruch aus ortsnahen Gesteinen. Dieser Kies wurde vor weiterer Verarbeitung mehrmals gewaschen und dann erst als Asphaltbelag aufgebracht.
Wir begannen vormittags unser Zeugs auszuladen und aufzubauen. Im Anschluß startete ich mit meinen ersten Testrunden zum Streckenkennenlernen als auch als Funktionstest meines FG Minis. Die Strecke bietet alles was das Herz begehrt, Vollgaskurven, Kehren, Bremszonen, Schikanen. Eine Kurve war die „dont touch the curbs or you will flip“ Kurve, die anderen waren die „when you touch the curbs you will loose time“ Kurven, frei nach Tommaso. Nach ein paar Runden begannen die ersten Testläufe mit meinem neuen Mecatech. Tommaso hatte recht mit der „..or you will flip“ Kurve. Dort waren die Curbs mächtig hoch. Das bekam die Karosserie und das Dach des Meca auch gleich zu spüren. Thorsten hatte mittlerweile genug Arbeit, schließlich war noch der heftige Motor in seinen Mini Brachiale einzubauen. Als das erledigt war, begann auch er mit der Streckenerkundung. Wir waren den ganzen Tag alleine auf der Strecke, die Zeit verflog in Riesenschritten. Dieser Donnerstag diente zum Kennenlernen der Strecke und zum Aufbrauchen alter Reifen. Unsere Rundenzeiten waren von irgendwelchen Rundenrekorden meilenweit entfernt, aber ganz sooo schlecht auch wieder nicht.
Freitag sollte sich herausstellen, war Arbeitstag. Der Brachiale Motor machte seinem Namen alle Ehre, in Summe zerlegte er zwei Kupplungen und sorgte dafür, dass die Zylinderfußschrauben locker wurden (was wir erst nach 4 Vergaserwechsel, Zündungswechsel, Kerzenwechsel, entdeckten). Als die Probleme behoben waren, Motor zerlegt und gereinigt, lief der Mini wohl wieder einwandfrei, jedoch kamen Auto als auch Pilot an ihre Grenzen. Erkenntnis: Ein voll getunter Mini wird nicht oft ins Ziel kommen.
Auch ich hatte mit den Kinderkrankheiten an meinem Mecatech zu kämpfen. Mit den Bremsen hats was. Beim Rausfahren aus der Box 80% Bremse, wenn alles auf Betriebstemperatur ist nur mehr 40% Bremse am Sender, das kann doch nicht sein? Nun gut, Airbubbles sind in den Bremsleitungen, nicht mal wenige. Irgendwann entlüftete ich das System, hinten gleich mehrmals, dann war die Konstanz der Bremswirkung wohl besser, aber von wirklich gut noch weit entfernt. Erste Reifentests waren für Freitag nachmittags geplant. Wie sich herausstellen sollte funktionierten die üblichen Verdächtigen (X3, H05) recht gut, aber auch P1 von GMT waren voll dabei. Mittlerweile stieß ein offensichtlich einheimischer Fahrer dazu und nützte die Zeit für Einstellarbeiten an seinem Bergonzoni. Nun war erstmals zu erkennen, dass wir uns hier als Neulinge wohl eher hinten anstellen werden müssen. Andererseits konnten wir auch sehen, wo uns die Zeit fehlt. Der Lernprozess nahm seinen Lauf. Wir hofften jedenfalls, dass der neu hinzugekommene Fahrer einer der schnelleren Piloten hier auf der Piste sein wird, und dass diese Art von Pilot und Auto hoffentlich die Minderheit darstellt.
Der Samstag (15 Grad, sonnig) war dann schon recht gut besucht, in der Summe stellten sich mehr als 28 Piloten, davon 23 TW und 5 F1 Fahrer ein. Bei den Tourenwagen dominierten die Bergonzoni Racer. Genius, RS5 und 3 Mecatech (inklusive meinem) wurden weiters gesichtet. Aus technischer Sicht imponierten die Kohlefaserbomber von RS5. Oft hatten sie eigene, aus dem Vollen gefräste Kurbelgehäuse, Zylinder mit eigenem Zylinderkpopf, Kohlekevlarairboxen, Titan, Alu. Karosserien in gold, ge-airbrushed, im Kohlelook. Man konnte blass vor Neid werden. Irgendwie kam mir das ein wenig spanisch vor. Sind doch nicht immer die Hässlichsten die Schnellsten? Also das bei weitem schönste und tollste Auto schaffte es jedenfalls nicht ins A-Finale.

Sonntag, Tag der Wahrheit: 3 Gruppen, 3x10min Vorläufe, 2 Finale. Thorsten und ich starten mit einem „Sicherheitslauf“ und belegen die ersten beiden Plätze in unserer Gruppe. Den 2. Und 3. Vorlauf konnte ich auch gewinnen. Thorsten hatte in Vorlauf 2 an der schnellsten Stelle Gegenverkehr, sein Mini war damit 20cm kürzer, der Gegner und Unfallverursacher konnte weiterfahren, shit happens. Auf weitere Reparaturmaßnahmen verzichteten wir, die Schäden am Auto waren zu groß. Außerdem war der Mini den Evo Autos doch zu sehr unterlegen. Vergleiche an der Zeitentabelle mit den anderen beiden Gruppen zeigten doch große Zeitrückstände auf. Ich hoffte für mich dennoch auf einen Platz im A-Finale, für Thorsten war die Sachlage gänzlich unklar, weil wir nicht wussten wie gewertet wird. Letztendlich stellte sich dann heraus, dass nur ein Lauf, der schnellere, gezählt wird, womit Thorsten, wie sich später herausstellen sollte, glücklicherweise als 11ter ins A-Finale kam. Ich wurde an 5ter Stelle gereiht.
Warum „glücklicherweise“ ins A-Finale? Die Finalläufe starteten mit Finale F1. 4 Fahrer am Start, bald fuhr nur mehr ein Auto, hin und wieder ein zweites. Dann B-Finale mit 11 Startern. Die schönsten Autos auf der Piste und eine Schlacht sondersgleichen begann. Absicht, Fahrfehler, Irrtum, Sorglosigkeit gepaart mit Vollgas ergibt eine explosive Mischung. Da kannst noch so aufpassen, wenn kreuz und quer gefahren wird, hin und wieder wohl die Strecke getroffen wird, da hilft alle Vorsicht nicht, irgendwann krachts. Zum Glück waren wir da nur als Zuschauer dabei. Ganz anders das A-Finale: Alle sind fair gefahren, wenns wo gekracht hat, war ich leider dabei. Durch den raschen Ausfall der beiden schnellsten Piloten profitierte ich, lag anfangs an dritter Stelle, kurz auf zwei, dann leider retour auf vier. In der Mitte des Rennens konnte ich auf den Drittplatzierten wieder aufschließen und kämpfte rundenlang um Platz drei. Es kam mindestens zu vier von mir verursachten Berührungen, ich wartete jedoch brav und nahm hinter Tommaso sofort wieder die Verfolgung auf. Ich war schneller, aber zum Überholen reichte es nicht. Irgendwann kam dann der entscheidende Fahrfehler von Tommaso mit seinem RS5, ein Quersteher vor mir, Kollision, dieses Mal sah ich aber keinen Grund zum Warten, nütze die Chance und konnte mich auch gleich ein wenig absetzen, Krimi pur. In den nächsten Runden konnte ich meinen Vorsprung ausbauen als plötzlich 6 Runden vor Schluss mein Auto kommentarlos stehen blieb. Schade, das wäre Platz 3 gewesen (in der Ergebnisliste fand ich mich dann auf Platz 7 gereiht). Als ich vom Fahrerturm runter ging, wusste ich nicht, ob mich die wirklich netten und freundlichen Italiener lynchen (wegen meiner fullcontact Fahrweise) oder feiern würden. Immerhin sah ich ein paar „Daumen nach oben“ und ein Italiener fragte mich, ob mir der Sprit ausgegangen wäre. Ich zuckte die Achseln, hatte ich doch nach den Einführungsrunden extra noch nachgetankt (weswegen zwecks Startaufstellung eine extra „warmup lap“ wegen mir gefahren werden musste). Tatsächlich, der Tank vom Auto war komplett leer. Tja, Lehrgeld muss gezahlt werden, keine Frage, hätte ich mich nur um den siffenden Tank vorher gekümmert. Ich war dennoch happy. Das Auto ist noch nicht dort, wo es sein soll. Da gibt’s jede Menge Arbeit. Noch mehr zu arbeiten gibts am Piloten.
Thorsten konnte es nicht lassen und trat trotz Totalschaden am Auto zum Finale an. Er verwendete aber seinen FG Standard Mini. Damit natürlich aussichtslos unterlegen (Originalzitat: Mein Auto scheint auf der Geraden angeschraubt zu sein.) sicherte er anfangs das Feld nach hinten ab. Aber seine mutige und konstante Fahrweise trieb wie nicht anders zu erwarten war, einigen Evo Piloten den Angstschweiß auf die Stirn. Ein einziger Fehler, und das dummerweise in der „dont touch the curbs or you will flip“ Kurve machte seinen Vorsprung auf die Verfolger zunichte. Trotzdem, Thorsten wurde für seine tolle Fahrt mit Platz 5 belohnt und so manchem Evo Pilot wird wohl das anfängliche Grinsen vergangen sein (dazu noch später).

Resumee:
Die Strecke und Lokation ein Hammer.
Der Streckenbetreiber Tommaso de Battisti urfreundlich, hilfsbereit, nett und sympathisch.
Jederzeit wieder, auch wenn’s 7 Autostunden sind. Aber Minimum 3 Tage, sonst machts keinen Sinn.
Die schnellsten werden unerreichbar bleiben. Aber in deren Windschatten zu kommen scheint möglich.
Es gibt jede Menge Arbeit zu tun.
Warum sind unsere Reifenheizdecken handwarm? Bei den Anderen raucht es oben raus (selbst gesehen).
Warum brauchen wir 5 Runden bis die Reifen Grip haben? Die wirklich Schnellen haben den Grip, den wir nach 10 Runden haben bereits in der zweiten Runde.

Wuchtel am Rande:
Samstagvormittag, wir werkeln an unseren Autos. Ein älterer Italiener kommt und beäugt geringschätzig Thorstens Sportsline Mini. Er greift dann auf die lockeren Seilzüge der Seilzugbremse und murmelt was italienisches (könnte eventuell geheißen haben „ab in den Müll damit“?). Dann sieht er meinen Mecatech, seine Gesichtszüge werden heller, Daumen nach oben, bene. Thorsten und ich, wir wussten, die Rache wird fürchterlich sein. Aber leider, er traf mit seinem Evo zu selten die Fahrbahn, und wenn dann quer zur Fahrtrichtung. Als sein Auto Evo Speziale Ultra dann noch „out of control“, mit Vollgas und den Rädern nach oben neben dem Zaun zu liegen kam bis der Motor schlagartig verendete, wir sind uns sicher, dann hätte er sich einen Mini gewunschen. Zumindest wäre dann alles billiger geworden.


Hier noch ein paar Links:
Auf www.mylaps.com/en/practice-results/location/2055
Findest du alle Tage der an diesem Tag gefahrenen Transpondernummern (Thorsten 8465551 und ich 3003860). Diese zeile dann anklicken und du hast alle gefahrenen runden und daten.

Video gibt’s vom chaotischen B-Finale in Facebook unter Pistaboscomantico, 14. März (www.facebook.com/pista.boscomantico?fref=ts) bzw unter Giorgio Bergonzoni, 15. März, offenbar ein Vorlauf, weil ich mein auto nirgends finde, ich war in einer anderen gruppe, (www.facebook.com/giorgio.bergonzoni?pnref=story).


Danke für Deinen Bericht Harry!
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